Kritische Betrachtung der Militia Armata Imperii Aeterni

Ein Beitrag des Eremiten

Die Militia Armata Imperii Aeterni.

Man sagt, sie sei so zahlreich wie die Invictii – etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Und doch scheint es, als kennten viele Tribus sie kaum. Das ist verständlich. Gefürchtet sind die Invictii – die Bellatores Imperatoris. Geboren, um zu kämpfen. Geschmiedet, um zu töten. Und, man muss es sagen, sie sind sehr gut darin.

Doch was ist die Militia?

Ist sie ein Relikt aus vergangenen Tagen?
Oder ein Schatten, der neben der Ordnung herläuft, ohne je ganz in ihr aufzugehen?

Manche sagen, ihre Ursprünge reichen zurück in eine Zeit vor dem Imperium. In eine Epoche, in der der Imperator noch nicht der Imperator war. Ich weiss, diese Vorstellung ist schwer zu fassen. Jener, der seit mehr als einundsiebzig Jahrtausenden über die Menschheit gebietet, soll einst etwas anderes gewesen sein als das, was wir kennen?

Und doch war er es.
Er war ein Mann. Ein mächtiger Superior. Aber noch kein Imperator. Es gab keine Ordonatia, kein Invictorium, keine geschmiedete Ordnung der Kasten.

Er musste auf gemeine Menschen zurückgreifen, um eine Armee zu führen.

Die Frage ist: Hat diese Armee etwas mit der Militia von heute zu tun?

Ich weiss es nicht.

Und ist es nicht merkwürdig, dass wir darüber so wenig wissen?
Ich spreche nicht von den frühen Jahren des Imperators – es ist gewollt, dass man ihn nur als solchen kennt. Doch warum schweigt man über jene Armeen? Warum wissen wir nichts über ihre Struktur, ihre Rolle, ihr Ende?

Warum wurde das Invictorium geschaffen?

Natürlich wissen wir, wie überlegen die Invictii den Civiani im Kampf sind. Doch Überlegenheit allein erklärt keine Ordnung. Sie erklärt nicht, warum eine eigene Kaste geschaffen wurde. Und sie erklärt erst recht nicht, warum diese Kaste so zahlreich ist.

Fünf Prozent der Bevölkerung.

Warum so viele?

Ich frage mich:
Brauchte es wirklich ein eigenes Ordonatium für die Bellatores?
Oder hätte ein kleiner, geschlossener Orden genügt, wie wir ihn in anderen Kastenordnungen kennen?

Vielleicht liegt die Antwort nicht im Krieg.
Vielleicht liegt sie in der Gesellschaft.

Vielleicht existiert die Militia nicht, weil sie kämpfen muss – sondern weil sie Druck aus der Ordnung nimmt. Weil sie jenen Raum gibt, die keinen Platz finden. Jenen, die dienen wollen, müssen oder sollen, ohne die Kasten zu sprengen.

Vielleicht gibt es keine Grösse in der Militia, weil Grösse dort gefährlich wäre.
Vielleicht darf sie nie glänzen, nie herrschen, nie zum Vorbild werden.

Vielleicht hat sie nur wenig mit den Armeen von einst zu tun.
Und vielleicht ist genau das ihr Zweck.

Nicht zu siegen.
Nicht zu herrschen.
Sondern dafür zu sorgen, dass die Ordonatia nicht scheitern können.

Ich stelle diese Fragen nicht, um Zweifel zu säen.
Ich stelle sie, weil Ordnung nur dann Bestand hat, wenn sie sich selbst aushält.

Und ich bin alt genug, um zu wissen:
Was nicht gefragt werden darf, ist oft wichtiger als das, was gelehrt wird.

Der Eremit

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