Fraternitas Umbrae

Der Anfang

Die Fraternitas Umbrae ist eine Supermacht ohne eigenen Tribus.
Ihr Fundament sind nicht Bürger, Territorien oder Institutionen, sondern die Beherrschung der dunkelsten aller Praktiken.

Ihr Ursprung liegt im Verrat des Praeco Umbrae Vetustae – des Herolds des alten Schattens.
Kein Wesen stand dem Imperator Aeternus näher als er. Und kein Wesen wandte sich je tiefer gegen ihn.

Verwundet, aber lebendig, floh er ins Exil.

Keiner vor ihm und keiner nach ihm vollbrachte, was ihm gelang:
Er erschuf aus dem Nichts ein Imperium.

Die ersten Naves Belli wurden durch reine Psionik aus dem Leib ganzer Planeten beschworen – lebende Schiffe mit rudimentärer Intelligenz, begleitet von Heerscharen von Ghulen. Keine Konstruktion, sondern Geburt. Keine Technik, sondern Zwang.

Getrieben vom Zorn über den eigenen Fall erschuf der Praeco das Dominium Reclamatum, wohl wissend, dass er nichts zurückfordern konnte – denn nichts war ihm je zu eigen gewesen.
Doch der Wunsch nach Vergeltung und der Hunger nach Anerkennung genügten, um ein einzigartiges Reich zu formen.

Die Weiterentwicklung

Die Biotechnologie der Fraternitas entwickelte sich weiter.
Ihre Naves gewannen Bewusstsein. Der Höhepunkt dieser Entwicklung sind die Leviatane – gewaltige Entitäten aus alchemistisch geformter Materie, angereichert mit einem lebenden Kern und unwiderruflich an einen Warlock gebunden.

Warlock ist die Bezeichnung des Imperiums für jene abtrünnigen Superiores, die sich einst gegen den Imperator wandten – ebenso wie für ihre Nachkommen.
Sie alle eint derselbe Wille: Vergeltung ohne anerkanntes Fundament. Ein Zorn, der über mehr als einundsiebzigtausend Jahre nicht verlosch, sondern sich verfestigte.

Da die Fraternitas keinen eigenen Tribus besitzt, unterwarf sie fremde.
Durch Biotechnologie, Zwang und Verformung integrierte sie ganze Völker – darunter auch die Gentes Amissi, die verlorenen Geschlechter.

Am wertvollsten waren diese Gentes Amissi, denn sie sind Homines – und ihre Quelle ist Terra selbst.

In der Zeit vor der Sintflut, mit der die Dei Vetustorum die aufsässige Menschheit dezimierten, existierten die Portae Deorum.
Zwölf große Zivilisationen besaßen je eine Kammer. Zwölfmal im Jahr – einmal pro Mondzyklus – entsandten sie Kolonisten durch eines der Tore, um ferne Welten zu besiedeln. Sie wurden durch göttliche Kraft vorbereitet, biologisch und psionisch angepasst durch die Sacerdotes jener Zeit.

Diese Menschen waren ein Juwel.
Sie gaben der Fraternitas einen Schatten dessen, was ihr stets fehlte: eine eigene Quelle.

Die Gegenwart

Was als Zeichen der Verfemung gedacht war, nahmen die Superiores der Fraternitas an: Sie nannten sich Warlocks.
Sie verteidigten die Kraft, die sie zum Wirken benötigten – und errichteten ein gewaltiges Reich.

Die politische Struktur der Fraternitas ist föderal.
Die Dominia Arcanorum bilden die größten politischen Einheiten, denen zahlreiche Domus Arcanorum unterstehen, die jeweils über eigene Territorien herrschen.

Über ihnen steht nur der Praeco.

Nicht als Imperator.
Nicht als Premierminister.
Sondern als Schatten – überall und nirgendwo zugleich.

Obwohl die territoriale Ausdehnung des Dominium Reclamatum gewaltig ist, erschuf es niemals Institutionen wie das Imperium Aeternum oder die Sympoliteia. Solche Strukturen galten den Warlocks als seelenlos und vom Geruch des Imperators durchdrungen.

Die Warlocks waren stets stolz auf ihre Unabhängigkeit.
Sie lehnten Bindung ab – an Organisationen, an Ämter, an Gesetze.
Sie folgen nur der Kraft.

Dieses föderative Chaos, das Außenstehenden unbegreiflich erscheint, zerfiel nicht.
Über mehr als einundsiebzigtausend Jahre hinweg expandierte das Dominion, blieb stabil genug, um Aufstände niederzuschlagen, und brutal genug, um sich gegen jeden durchzusetzen, der es zu unterwerfen suchte.

Und obwohl der Praeco weder mit Dekreten noch mit Gesetzen herrscht, ist er der Gebieter, dem sich am Ende niemand entziehen kann.

Denn er ist der Schatten im Rete Spirituum.
Und jeder Schatten kann fallen.

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